SEM 2016 Abschlussbericht: Viel Edelmetall und viel Regen

Voller Zuversicht waren die deutschen Seniorenteams am Montag ins finnische Lahti gereist. Natürlich ist es immer eine besondere Herausforderung, die Schweden auf „ihrem“ System zu schlagen, aber schließlich hatten beide Teams der Allgemeinen Klasse es im vergangenen Jahr bei der WM an selber Stelle vorgemacht.

Für die Herren sollte sich diese Aufgabe in diesem Jahr als zu schwierig herausstellen. Es fing vielversprechend an, denn nach dem ersten Tag lag die Sieben nur elf Schläge hinter dem Favoriten. Die anderen Nationen waren zu diesem Zeitpunkt schon geschlagen. Nach der starken fünften Runde auf Filz und aufkeimender Hoffnung kam die sechste sehr ungelegen: Auf Miniaturgolf Boden verloren - danach war die Sache gegessen. Gutes Silber für die Herren. Dritter wurde die Tschechische Republik.

Die Damen machten es besser. Sie hatten zur Halbzeit bereits 15 Schläge Rückstand - eigentlich keine allzu gute Ausgangsposition und Runde fünf auf Miniatur brachte auch nur zwei Schläge Linderung. Aber dann konnten die Schwedinnen auf Filz gehalten werden und nach dem Anlagenwechsel versagten ihrer Startspielerin die Nerven: 31 Schläge. Die deutsche Drei spielte starke 66 und hatte vor dem letzten Durchgang plötzlich nur noch zwei Schläge Rückstand. Aber nun ging es auf Filz. Nach neun Bahnen war der Führungswechsel erreicht. Es ging hin und her, aber am Ende machte Alice Kobisch mit zwei Assen auf 17 und 18 alles klar: 699 zu 700 Schläge. Europameisterinnen! Ein Riesenjubel und ein großartiger Erfolg für unsere Damen!



Fürs Strokeplay konnte sich bei den Herren eigentlich nur Tim Clasen Hoffnung auf eine Medaille machen. Er lag nach der Vorrunde auf einem aussichtsreichen dritten Platz. Roman Kobisch und Karl-Heinz Gerwert hätten schon eine sensationelle Leistung benötigt, um noch eingreifen zu können. Tim fiel in der Zwischenrunde allerdings zurück und hatte vor dem Finale bereits sieben Schläge Rückstand auf den Bronzerang. Und so blieb das Wunder aus: Karl-Heinz Gerwert wurde bester Deutscher Herr auf Platz sieben. Das Treppchen blieb eine rein schwedische Angelegenheit: Der fulminant aufspielende Daniel Agren stand oben, flankiert von Stefan Björk und Morgan Munter.

Bei den Damen gab es bessere Chancen, waren die vier Deutschen nach der Vorrunde doch in den Top 6 vertreten. Nach der Zwischenrunde waren es sogar schon die Top 5. Nur die Schwedin Annelie Lundell war etwas nach vorne enteilt und sie ließ auch nichts mehr anbrennen. Mit fünf Schlägen Distanz wird sie Europameisterin. Unsere Damen lieferten sich einen packenden Kampf um die Plätze, den Sandra von dem Knesebeck für sich entscheiden konnte: Silber für die Göttingerin. Ein Schlag dahinter waren nach der regulären Rundenzahl Alice und Nicole Warnecke zu finden. Das Stechen entschied die Mainzerin an der dritten Bahn für sich. Andrea Reinicke landete auf Platz fünf.



Nun stand noch das Matchplay auf dem Programm. Alle deutschen SpielerInnen waren qualifiziert. Bereits am Freitag direkt nach dem Strokeplay spielten die Herren noch ihre erste Runde, weil die Wettervorhersage für Samstag sehr schlecht war. Und das zurecht, wie sich herausstellen sollte: Es regnete den ganzen Tag. Trotzdem wurde gespielt. Fünf der sieben Herren überstanden Runde eins und vier erreichten am Samstagmorgen das Viertelfinale. Die vier Damen waren noch zu dritt im Viertelfinale, in dem Sandra dann gegen Alice ausschied. Nach erfolgreichen Halbfinals kam es zum erhofften deutschen Finale zischen Andrea und Alice, in dem die Mainzerin zu keinem Zeitpunkt zurückliegen sollte. Zwei Bahnen in Führung liegend machte sie mit einem As an der 17 alles klar: Alice Kobisch holt ein weiteres Gold für ihre Sammlung! Annelie Lundell gewinnt Bronze.

Aber was war mit den Herren? Markus und Karl-Heinz gewannen ihre Viertelfinal-Matches und gelangten in die Vorschlussrunde. Karl-Heinz lieferte dem Schweden Mikael Karlsson einen heißen Kampf, musste sich aber knapp geschlagen geben. Er gewann das kleine Finale gegen Stanislav Stanek und holte Bronze! Der Tscheche musste im vorherigen Match Markus den Vortritt lassen, auf den nun Karlsson wartete. Und es wurde ein großartiges Aufeinandertreffen. Der Deutsche führte 2-0, verlor dann 3 Bahnen und glich erst an der 16 wieder aus. Dann gewann er die 17! Eine Bahn vor und nur noch die Ace-Box zu spielen… eine zwei. Karlsson asste und es kam zum Stechen um den Titel. Es dauert bis zur 23. Bahn, als der Schwede das As von Markus nicht nachspielen konnte. Noch eine Goldene für Deutschland!



Dreimal Gold, Dreimal Silber und zweimal Bronze lautet das Endergebnis. Vielen Dank für die begeisternden Leistungen an unsere erfolgreichen Spielerinnen und Coaches!


Ein umfassender Bericht folgt im nächsten Minigolf-Magazin.

Tobas Heintze
Team Öffentlichkeitsarbeit im DMV


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