EM 2022: Deutschland erstmals seit 2009 ohne Teamgold!

2. Tag (Teamfinale)

Es klingt fast historisch. Erstmals seit 13 Jahren fährt die deutsche Delegation ohne eine Goldmedaille aus den Mannschaftswettbewerben nach Hause. Damals in dänischen Odense waren die deutschen Mannschaften den schwedischen Teams auf Filzgolf deutlich unterlegen. Die Damen holten hinter den Östereicherinnen Bronze. Seitdem hat sich viel getan und auch Titel auf dem grünen Belag gingen größtenteils nach Deutschland. Doch nicht so in Österreich: Die deutschen Damen waren zwar selbst nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung, was vor allem an der heutigen ersten Filzgolfrunde lag (94 Schläge), bestätigten aber durchaus die Trainingsergebnisse und schlossen auch mit einer starken 58er-Miniaturgolfrunde den Wettbewerb ab. Die Schweizerinnen spielten jedoch im gesamten Wettbewerb überraschend stark auf, zeigten eine geschlossen starke Mannschaftsleistung und gewannen am Ende verdient die Goldmedaille vor den deutschen Damen. Im Einzelwettbewerb liegen Jasmin Bothmann als Führende und Sarah Schumacher als Drittplatzierte gut im Rennen um die Einzelmedaillen.


Die Damenteams auf dem Stockerl

Bei den Herren war die Ausgangsposition gut, den Schweden im Kampf um Gold Paroli bieten zu können. Mit einer Leistungssteigerung an Tag 2 sollte das Vorhaben Titelverteidigung angegangen werden, denn nach den guten Trainingsergebnissen schien durchaus Luft nach oben. Spätestens nach der 148er-Weltrekordrunde der Schweden auf der Filzgolfanlage, der direkt eine 115er-Weltrekordrunde auf Miniaturgolf folgte, war klar, dass die Goldmedaille nicht das Ziel des diesjährigen Mannschaftswettbewerbs sein konnte. Stattdessen spielten sich die Tschechen in einen regelrechten Rausch und kämpften um Silber. Nachdem das deutsche Team zunächst in Rückstand geriet, als die Tschechen die Weltrekordrunde auf Miniaturgolf mithielten (ebenfalls 115-Schläge, Deutschland starke 119 Schläge), schien sich das Blatt zu Beginn der finalen Filzgolfrunde wieder zu wenden. Marek Smejkal und Karel Molnar starteten nicht gut und ließen das deutschen Team zunächst wieder vorbeiziehen. Team Germany bewies Kampfgeist, was man an der Emotion und Präsenz auf der Anlage spüren konnte. Doch immer wieder schlichen sich Fehler ein, die zu diesem Zeitpunkt nicht passieren durften, da sie nicht mehr korrigierbar waren. Und so stand 5 Bahnen vor Ende der Runde des eingewechselten Sebastian Heine fest, dass Deutschland auch gegen die Tschechen das Nachsehen haben würde. Am Ende war es mit drei Schlägen denkbar knapp, aber dennoch blieb an Ende lediglich die Bronzemedaille. Sicherlich nicht das Ergebnis, das sich die deutschen Herren erhofft hatten, am Ende angesichts der Leistung aber ein Ergebnis, das das Team annehmen muss. Bronze bei einer Europameisterschaft der Herren ist in der heutigen Zeit, in der die Weltspitze immer mehr zusammenrückt, dennoch ein Erfolg, auch wenn sich das für das erfolgsverwöhnte und erfolgshungrige Team im ersten Moment nicht so anfühlen mag.


Schweden vor der Tschechischen Republik und Deutschland

Mit Yannick Müller, Dennis Kapke und Sebastian Heine liegen gleich 3 Spieler unter den Top-8, sodass auch im Herren-Strokeplay noch einiges drin ist. Nun heißt es den Fokus wiederzufinden, sich nicht aus der Bahn bringen zu lassen und am morgigen Einzelfinale wieder motiviert an den Start zu gehen.

Auf unserer Facebook-Seite gibt es interessante Bilder sowie die Re-Lives der heutigen Livestreams zu sehen. Morgen werden wir zum Start des Turniertages erneut mit einem Livestream starten, der mit dem Start der ersten deutschen Spielerin um ca. 8.40 Uhr beginnen wird.



1. Tag (Vorrunde)

Zur Halbzeit des Teamwettbewerbs liegen sowohl die Damen als auch die Herren gut im Rennen. Die Damen führen mit 6 Schlägen Vorsprung vor den Schweizerinnen. Beginnend auf der wenig selektiven Miniaturgolfanlage, fand sich Team Germany nach der Startrunde mit 63 Schlägen knapp hinter Tschechien (60) und Schweden (62) und knapp vor der Schweiz (64) wieder. Nach dem Wechsel auf die Filzgolfanlage konnten die deutschen Damen dann ihre ganze Klasse ausspielen und mit 82 Schlägen die beste Tagesrunde des Damenwettbewerbs auf den grünen Belag  in der Lipizzanerheimat zaubern. Vor allem Sarah Schumacher glänzte in dieser Runde mit ihren 25 Schlägen und lieferte mit ihren 93 Schlägen heute ein tolles EM-Debüt bei den Damen.


Sarah Schumacher erwischte einen Sahnetag

Mit den 61 Schlägen in der zweiten Miniaturgolfrunde baute das Team dann seinen Vorsprung etwas aus. Zum Ende des Tages reichte eine 91er-Runde, die die Vier selbst nicht ganz zufrieden stellte, aus, um die Spitzenposition zu halten, jedoch gingen dabei 5 Schläge auf das starke schweizerische Damenteam verloren. Vor allem Stefanie Blendermann ärgerte sich persönlich sehr über ihre 34er-Runde, in der sie zwar nur 3 Fehler machte, aber auch nur 5 Asse auf der Scorecard notieren konnte.

3 Fehler machte der Startspieler des deutschen Herrenteams, Lukas Neumann, in seiner zweiten Filzgolfrunde an einer einzigen Bahn (Gentleman). Eine 5 war alles andere als das, was er sich zu diesem Zeitpunkt vorstellte. Jedoch stand am Ende mit 26 Schlägen dennoch eine Toprunde auf dem mobilen Protokoll. Bereits in der Startrunde, in der die deutschen Herren direkt das Ruder übernahmen, brachte Lukas das Team mit 25 Schlägen hervorragend ins Turnier und zeigte einmal mehr seine Qualitäten. 164 Schläge bedeuteten Platz 1, ganze 14 Schläge nahm man in dieser Runde den mitfavorisierten Schweden ab.


Lukas Neumann mit starker Startrunde an Position 1

Doch in der ersten Miniaturgolfrunde lief die Maschine nicht so rund beim deutschen Team. 127 Schläge standen auf dem Scoreboard, ein Schnitt von über 21 Schlägen. Ein Ergebnis, das etwas entfernt war von den Trainingsergebnissen der letzten Tage. Die Schweden und die stark aufspielenden Tschechen nutzten die Chance, spielten mit 118 Schlägen stark auf und sorgten damit für den Anschluss an die Spitzenposition. Die darauffolgende Filzgolfrunde verlief ebenfalls etwas zäh für Team Germany (170 Schläge), sodass die Schweden mit 164 Schläge die Führung mit einem Schlag Vorsprung übernehmen konnten. Dabei bleib es am Ende auch, denn die finale Runde des heutigen Tages endete Unentschieden (123). Die Tschechen behielten mit 126 Schlägen den Anschluss und liegen vor der Mannschaftsentscheidung am morgigen Donnerstag nur 6 Schläge hinter Deutschland zurück. Das Heimteam aus Österreich liegt 8 Schläge dahinter und hat den Kampf um die Medaille bei der Heim-EM noch nicht aufgegeben.

Die 93 Schläge von Sarah Schumacher waren bei den Damen das Top-Resultat des heutigen Tages. Bei den Herren spielte der Ersatzspieler des deutschen Herrenteam, Sebastian „Brezel“ Heine groß auf und sorgte mit 91 Schlägen für die Bestmarke. Vor allem seine 48 Schläge auf der Filzgolfanlage sind dabei herausragend. Erwähnenswert ist auch das beste Resultat auf der Miniaturgolfanlage. Daniel Moser aus der Schweiz gelangen 35 Asse auf 36 Bahnen. Mit einem Schnitt von 18,5 Schlägen hält er damit den Topscore auf den kleinen Bahnen.


Dennis Kapke überzeugte mit 92 Schlägen

Das Finale morgen könnte keine spannenderen Voraussetzungen haben. Es kann sprichwörtlich noch alles passieren. Weitere Fotos und die Videos vom heutigen Livestreaming gibt es auf der DMV-Facebook-Seite. Dort wird es auch morgen wieder Livebilder zu sehen geben.

Achim Braungart Zink
Team Öffentlichkeitsarbeit im DMV



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