Klettern, Kanu & Kostüm: Was man neben der WM noch erleben konnte
Youth Summer Camp der DMJ war zu Gast in Neheim
Man nehme acht Tage, zwei Spitzensportevents, neun Teilnehmer*innen, zwei Betreuer*innen und großartiges Sommerwetter, mixt alles zusammen und erhält ein superwitziges und erlebnisreiches Jugendcamp im Rahmen der WM in Neheim. Hier das detaillierte Rezept:
Am Tag der Eröffnung sind die Teilnehmenden angereist. Anreise war gegen Mittag geplant, aber beinahe alle waren bereits vormittags da. Zu groß war die Freude auf die WM und das Camp. Nach der Ankunft und einer kurzen Kennenlernrunde stand auch schon der erste Termin an. Gemeinsam mit der deutschen Delegation und einigen Vertreter*innen anderer teilnehmenden Nationen bildete das Jugendcamp eine Fußgruppe im Neheimer Schützenumzug. Merkwürdigerweise hat Luca als einziger Teilnehmer nicht am Umzug teilgenommen, jedoch tauchte plötzlich das DOSB-Maskottchen „Trimmy“ auf, um die Gruppe auf der Strecke zu begleiten. Man munkelt, dass man die ganze WM lang niemals Luca und Trimmy zeitgleich gesehen hat. Johanna hatte den halben Koffer voll mit Team Deutschland Merch und verteilte kleine Fahnen an die Gruppe, die während des Umzugs fleißig geschwenkt und an begeisterte Kinder verteilt wurden. Nach dem ersten Highlight folgte direkt das zweite. Zurück an der Anlage ging es mit allen teilnehmenden Athlet*innen der WM zur offiziellen Eröffnung, die im nahe gelegenen Freibad stattfand. Spätestens da konnten die Jugendcamper*innen ganz nah am WM-Feeling dran sein. Zur großen Begeisterung wurde das Camp auch an einen Tisch vorne direkt neben den Ehrengästen von DMV, WMF & Co. gesetzt. Lange hielt es insbesondere Jan und Max aber nicht am Tisch. Nachdem in einer Rede erwähnt wurde, dass man gerne ins kühle Nass eintauchen darf, dauerte es nicht lange, bis beide vom Sprungturm im Becken landeten.
Tag zwei: Trainingstag für die Sportler*innen und das Jugendcamp. Weil die Anlagen in Neheim besetzt waren, durften die Jugendlichen nach Tütebelle ausweichen. Svenja hat das Camp herzlich in Empfang genommen und insbesondere den beiden Nicht-Minigolferinnen gute Tipps gegeben. Nach etwas Training gab es dann ein Mixed Pairs Turnier. Die Paare wurden extra fair eingeteilt, damit jedes Team die Chance auf den Sieg hatte. Überraschend war die Leistung von Juna und Sophia, die sonst sportlich am Volleyballnetz zu Hause sind. Dank der guten Betreuung durch Clemens und Max konnten beide gut mithalten. Auch die 45-minütige Fahrt verging, dank ausdauernder Gesangseinlagen durch Johanna von der letzten Sitzreihe, wie im Flug – vorausgesetzt Alex schaltete sein eigenes Navi an und versuchte nicht, Lenas Auto bei diversen Kreuzungen und Kurven zu folgen, was oftmals erfolglos blieb.
Sportlich ging es am darauffolgenden Tag weiter. Bei strahlendem Sonnenschein ging es an den Möhnesee zum Kanu fahren. Hier stand zunächst ein kleiner Austausch zum Thema Sport unter freiem Himmel und die entsprechend notwendigen Vorbereitungen wie z.B. Sonnenschutz an. Eingecremt und mit Kopfbedeckung ging es dann den Steg hinunter. Da 3-er Kanus gebucht wurden, wir aber lediglich elf Personen waren, musste auf dem Boot von Daniel und Max ein Platz frei bleiben. Durch dieses Ungleichgewicht wurde die Steuerung etwas schwieriger, wodurch die beiden zwar wunderschöne Kreise über den See zogen, aber die anderen Boote schlecht einholen konnten. Jan Uwe entschied sich, den beiden unter die Arme zu greifen und wechselte mitten auf dem See in ihr Kanu. Juna und Sophia blieben somit zu zweit in ihrem Kanu zurück, stellten sich aber bei der Steuerung aufgrund von Vorerfahrungen etwas geschickter an. Vom Ehrgeiz gepackt, lieferten sich die beiden Kanus ein Rennen über den halben See. Die anderen beiden Boote ließen es gemütlicher angehen. Isabella, Johanna und Luca genossen lieber die Sonne, statt sich am Rennen zu beteiligen und auch das älteste Kanu mit den Betreuer*innen und Clemens entschied sich nach einer Weile, die beiden ambitionierten Boote nicht mehr einholen zu wollen. Nebenbei mussten natürlich auch Ergebnisse gecheckt werden, was zur Folge hatte, dass das ein oder andere Paddel immer mal wieder aus der Hand gelegt wurde. Später am Tag konnte der erste Turniertag der WM dann wieder live an der Anlage verfolgt werden.
Der Mittwoch war etwas bewölkter und frischer und somit zog es das Jugendcamp in den Wildwald Vosswinkel. Ausgestattet mit einem Bollerwagen voller Snacks, den Jan Uwe dankenswerterweise über Stock und Stein durch den ganzen Wald zog, und festem Schuhwerk startete die Gruppe ihren Ausflug in den Wald in der Hoffnung, auch ein paar Wildtiere sehen zu können. Alex übernahm die Navigation und führte die Gruppe an ein geschlossenes Gatter, da die Wildschweine aufgrund der afrikanischen Schweinepest nicht besucht werden konnten. Nach ein paar Sprüchen aus der Gruppe übergab Alex den Job der Navigation an Luca. Er führte die Gruppe dann auf die große - über 4 km lange - Runde durch den sauerländischen Wald. Ein paar Wildtiere – nicht näher zu bestimmen, vielleicht war es Bambi – bekam das Camp zu Gesicht. Auf dem Weg durch den Wald, gibt es verschiedene Stationen rund um das Thema Umwelt- und Klimaschutz. Die Gruppe legte jeweils eine kurze Pause ein, um sich über die Bedeutung des Waldes im Klimaschutz und als Heimat für viele Tiere zu informieren. Auf halber Strecke erreichte die Gruppe einen Bauernhof mit hungrigen Hühnern und kuscheligen Kaninchen. Nach einer kurzen Pause ging es weiter, bis gegen Ende der große Spielplatz erreicht wurde. Wer nach der Wanderung noch nicht kaputt war, konnte sich hier weiter austoben. Der Nachmittag wurde wieder auf der Anlage verbracht, um die Entscheidungen und die Medaillenzeremonie nicht zu verpassen.
Am nächsten Tag ging es nach Soest in den Kletterpark. Die Gruppe war teils motiviert und teils etwas zurückhaltend bei dem Thema Höhe. Gut geschult und mit Gurt, Helm und Handschuhen ausgestattet, ging es zunächst auf eine noch nicht ganz so hohe Teststrecke. Hier musste jede*r zunächst dem Guide zeigen, dass man die Techniken beherrscht und die Sicherheitsanweisungen verstanden und umsetzen konnte. Direkt nach der Teststrecke zog es die erfahrenen Kletterer Jan Uwe und Daniel auf die schwerste und höchste Route 5, die unter anderem eine sehr hohe und sehr lange Seilbahn beinhaltete. Betreuerin Lena blieb jedoch inklusive Handy zum Filmen lieber am Boden. Dies wurde von Alex und Max relativ schnell ausgenutzt und sie baten darum, dass Lena regelmäßig die aktuellen Zwischenstände der Runden zu ihnen in die Bäume hoch rief. Das „Radio Minigolf“ war geboren. Auch wenn sich einige auf den Bäumen in den Höhen sehr wohl fühlten, war es für andere Teilnehmende eine Herausforderung. Johanna kletterte zum Beispiel trotz Höhenangst eine Route mit vielen anspruchsvollen Hindernissen bis zum Ende und ist dafür über sich hinausgewachsen. Auch Luca lernte fleißig dazu, nachdem er das erste Mal bei einer Seilbahn nicht richtig abgebremst hatte und für das lustigste Video des Tages sorgte, als er gegen einen – zum Glück gepolsterten – Baumstamm knallte. Alle Teilnehmer*innen haben den Tag ohne Verletzungen überstanden.
Am Freitag blieb das Camp auch irgendwie zwangsweise auf der Anlage. Die Deutschland-Tour (ein Profi-Radrennen) führte direkt durch die Straße, an der Hotel und Minigolfanlage liegen. Die Straße war daher für einige Stunden gesperrt. Jedoch wurde das Turnier auch immer interessanter und die Teilnehmer*innen schauten gerne zu und unterstützten Team D. Freitagabend gab es dann nach dem Abendessen noch ein besonderes Highlight: Betreuer Alex schlug spontan vor, im Dunkeln nochmal auf die Anlage zu gehen, um auch endlich mal auf der WM-Anlage spielen zu können. Die meisten schlossen sich an und nach einer kurzen Erklärung, dass die jungen Minigolfer*innen dringend Minigolf spielen müssten, ließ der Security-Mitarbeiter das Camp auch auf die Anlage. Unter dem Licht von Handy-Taschenlampen wurde dann also für ein paar Stunden den Weltmeistern nachgeahmt, bis der Security-Mitarbeiter gegen Mitternacht die Gruppe dann doch ins Bett schickte. Am nächsten Tag waren nicht alle pünktlich beim Frühstück.
Der letzte Turniertag war angebrochen. Bis auf einen kurzen Ausflug in die Innenstadt, um sich den Start der Deutschland-Tour-Etappe anzuschauen, blieben die Teilnehmer lieber auf der Anlage, um die letzten Entscheidungen zu sehen. Dank der guten Leistungen und der Medaillen für Deutschland, ging es nach einer Pause zum Umziehen bestens gelaunt auf den Abschlussabend. Vorher wurden noch Geschenke verteilt. Neben ein paar Werbegeschenken bekam jede*r Teilnehmer*in auch einen der beliebten WM-Bälle. Der Abschlussabend selbst war eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Jugendlichen nutzten die Zeit, um ihre in der Woche gesammelten Trikots der verschiedenen Nationen unterschreiben zu lassen und um ein wirklich beeindruckend großes Haus aus Bierdeckeln zu bauen – und wieder zu zerstören. Mit den gestellten Shuttle-Bussen ging es nachts wieder zurück zum Hotel. Am Sonntag hieß es auschecken, frühstücken und verabschieden. Eine sehr erlebnisreiche und schöne Woche ging zu Ende. Neue Freundschaften wurden geschlossen und die Gruppe ist gemeinsam eng zusammengewachsen. Die Teilnehmenden freuen sich schon auf das nächste Youth Summer Camp und hoffen, auch dort wieder dabei sein zu können.
Lena Lütt
Referentin für Engagementförderung












