Interview mit

 
Benedikt Schwickert:
Europameister Matchplay
Vizeeuropameister Team


Interview:
Herzlichen Glückwunsch zum herausragenden Abschneiden in Ostrava. Matchplay-Europameister, wie fühlt sich das an?

Nach ein paar Tagen Abstand zum Minigolf habe ich jetzt erst wirklich realisiert, was ich da geleistet habe, und es fühlt sich sehr geil an, Europameister zu sein, besonders wenn wildfremde Leute aus deinem Ort dir zu deinem Sieg gratulieren.


Das Matchplay war an Tag 4 der EM. Blickt man auf die ersten beiden Tage, stand der Mannschaftswettkampf im Fokus. Wie hast Du ihn erlebt. (Du warst lt. Strafenprotokoll - im Fußballdeutsch - der "aggressive leader" des Teams!).

Das Mannschaftsgefühl auf dem Platz war gigantisch, ich habe mich über jedes Ass meiner Kollegen riesig gefreut und es war ein geiles Gefühl, Teil dieser überragenden Mannschaft zu sein! Ja, ich hatte eine Ermahnung erhalten, weil ich mich manchmal zu sehr über die Asse der anderen gefreut habe und quer über den ganzen Platz geschrieen habe.



Insgesamt war es ein faszinierender Mannschaftswettkampf: Bist Du eher stolz auf die gemeinsame Leistung und die Silbermedaille oder trauerst Du der nur sehr knapp verpassten Goldmedaille hinterher?

Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen dass nach der verlorenen Mannschaftsentscheidung, die EM für mich quasi gelaufen war! Ich war sehr geknickt, dass wir "nur" Silber geholt haben aber wenn ich heute die Silbermedaille betrachte, habe ich ein leichtes Grinsen auf der Wange.


Du warst ja schon Teil des erfolgreichen Nationencup-Teams, hast dabei mit mehreren 19er-Runden geglänzt. Wie habt Ihr Euch auf die EM eingestellt, die diesmal ja unter "besonderen Umständen" (nur Eternit) stattfand?

Der NC war sehr cool für mich, weil es das erste internationale Turnier für mich war, aber im Vorfeld der EM wusste ich schon, dass Tschechien DER Konkurrent war für uns sein würde, wie sich auch leider rausstellte.


Worin unterscheiden sich für Dich die Herausforderungen Matchplay und Strokeplay?

Strokeplay geht über viele Runden und man kann sich eher Fehler erlauben als im Matchplay, besonders auf der Anlage in Ostrava. Im Matchplay kann alles passieren, man muss jede Bahn 100% konzentriert sein, auf jedem Schlag lieg ein sehr hoher Druck, ich liebe das so sehr, wenn dann der Druck abfällt, kannst du dir die Stimmbänder kaputt schreien Besonders erstaunlich ist es, dass ich im Halbfinale und im Finale jeweils 18 spielen musste, um zu gewinnen, aber in diesem Moment denkst du nicht an "die perfekte Runde" , du willst nur deinen Vorsprung über die Runden bringen.


Wie lief der Matchplay-Wettkampf für Dich, insbesondere die Matches gegen die Teamkameraden und das Finale gegen den starken Österreicher Fabian Spies?

In meiner ersten Runde, bin ich ehrlich, hatte ich gar keinen richtigen Bock mehr auf Minigolf. Ich hatte dann meinen ersten Punkt an der letzten Bahn erzielt, dann im Stechen gewonnen! Das war wie ein Ruck für mich, das war der Knackpunkt an dem Tag. Natürlich ist es schlecht, gegen einen Teamkollegen zu spielen; nach der ersten Runde gegen Christoph war ich deshalb eher traurig als erfreut. Im Halbfinale gegen Manu war es mir eigentlich egal, wer gewinnt, ich hätte es Manuel auch sehr gegönnt! Nach dem Halbfinale habe ich mich nicht gefreut, sondern wurde drauf vorbereitet, das Finale gegen Fabian Spies zu spielen! An den ersten Tagen hatten wir sehr viel Pech, als Tommy dann noch gegen Spies im Halbfinale durch einen Verticker am Rohr verloren hab, war ich sehr angestachelt und wollte mit aller Kraft diesen Titel für die Mannschaft holen! Es war einfach nur geil, auf dem Platz zu stehen, das Team hinter dir und du hast nur den Willen zu gewinnen, wartest nur auf den Fehler des anderen, um dann "zuzuschlagen".

 
Du hast Dir (spätestens) bei der EM einen besonderen Spitznamen verdient: EuroBÄR. Wo kommt der her?

Zur Geschichte von "EuroBÄR" muss ich etwas ausholen. Ich war mal im Krankenhaus - auf der Bärchenstation -, als mich Teamkollegen besuchten. Ab da war ich Bärchen. Seit dem Titel und meinen Schreien nach den Assen, war das nicht mehr wie ein Bärchen, vielmehr wie ein Bär – und wegen der EM, ganz klar, "EuroBÄR".


Vielen Dank für das Interview. Viel Freude und weiterhin vergleichbar schöne Erlebnisse wie in Ostrava!

Heinz-Josef Sprengkamp
Team Öffentlichkeitsarbeit im DMV


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