
Saarländer jubeln in Trappenkamp
Schneeballschlacht verloren - Jugendländerpokal
gewonnen
Man muß im Leben Prioritäten setzen, werden sich
die saarländischen Teilnehmer beim JLP gedacht haben. Wurden sie zwei Tage
vor Turnierbeginn anläßlich einer Schneeballschlacht (alle gegen
sechs arme Saarländer) tüchtig eingeseift, revanchierten sich die
Turnierfavoriten und machten ihre Konkurrenten auf den Bahnen naß. Ganz
so einfach war´s allerdings nicht, denn (siehe auch Bericht vom 28.3.),
die anderen Teams spielten ebenfalls groß auf und machten den Titelkampf
zeitweilig zum Krimi: Besonders Nordrheinwestfalen, um den einmal mehr
großartig disponierten Tobias Ramcke herum und die Nachwuchsmannschaft
aus Rheinland-Pfalz, die niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Es ging
heiß her auf dem Sportgelände des TV Trappenkamp, und das war auch
angesichts der Temperaturen bitter notwendig. Einverstanden, dass ich an dieser
Stelle mal kurz inne halte und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie
mitfrierenden Betreuern ein dickes Kompliment online stelle? Wir Ihr diese
Woche bei Eis und Schnee bewältigt habt, kann man mit Worten kaum
beschreiben. Minigolf ist im doppelten Sinne eine coole Sportart. Nichts
für Langeweiler, und ich glaube, diese wichtige Botschaft haben die
zahlreichen Medienvertreter mit in ihre Redaktionen genommen. Beide
TV-Ausstrahlungen ("NDR", "Sat.1") zielten genau in diese Richtung:
Großer Sport mit kleinen Bällen. Im gestrigen Bericht hatte ich den
Wetterumschwung zu Turnierbeginn gelobt. Seit gestern bin ich der Meinung, dass
Petrus einiges gut zu machen hat, denn der Regen mit den vielen Unterbrechungen
am 2. Spieltag hätte ja nun nicht wirklich sein müssen. Ich habe
während dieser Pausen zwar ringsherum keine glückstrahlenden
Gesichter gesehen, aber von schlechter Stimmung konnte deswegen keine Rede
sein. Und wie man dann noch so tolles Minigolf spielen kann, das soll den Kids
mal einer nachmachen. Aus dem Titeldreikampf wurde schnell ein Zweikampf, der
auf Messers Schneide schien. "Guck Dir mal diese Blödsinnsrunde an",
schüttelte Tobias Ramcke sichtlich angenervt den Kopf. Der erste Schlag
aus der Bahn 4 wieder rausgekommen, dann einen verkloppt und die 4 notiert.
Liegenbleiber am Weitschlag und noch ein paar knappe Bälle, die auch zum
Ass hätten fallen können. "30" auf Beton, und gleichzeitig jubelte
Mitspieler Gerrit Britz seinen Saarlandkumpels zu: "Zwei abgenommen!" Auf
diesem Niveau wurde, allen Witterungseinflüssen zum Trotz, gespielt. Dass
sich das saarländische Team letztlich mit sieben Schlägen Vorsprung
behauptete, lag in erster Linie an der Überlegenheit auf den kleinen
Eternitbahnen. Tobias Ramcke (MGC Köln) vom knapp unterlegenen Team
Nordrhein-Westfalen wird´s verschmerzen, konnte er doch, wie im Vorjahr
in Hannover, die Einzelwertung für sich entscheiden. Vier Schläge lag
er am Ende mit dem absolut besten Turnierergebnis vor Gerrit Britz (CKF
Dudweiler). Gratulation auch an Oliver Scherb vom MGC Bönnigheim für
Platz 3 - das war nicht unbedingt vorauszusehen. Und die jungen
Himmelsstürmer aus Rheinland-Pfalz? Sie kletterten ebenfalls aufs Podest
und freuten sich riesig über den Bronzeplatz. Im vom Mainzer
Jugend-Europameister Max Hermann betreuten Team machte einer auf sich
aufmerksam, der bisher eher im Verborgenen sein Talent entwickelte: Wenzel
Deneke. Zeitweilig in Front, puttete der junge Traben-Trarbacher ganze zwei
Schläge an Bronze vorbei und wurde Fünfter. Genau darin liegt ja ein
Reiz dieses Traditionsturniers: Immer wieder kommen scheinbar aus dem Nichts
Talente hervor und machen auf sich aufmerksam. Das gilt auch für den
Elmshorner Tony Koch, der gemeinsam mit Tobias Ramcke die beste Kombirunde (50)
auf die Bahnen gezaubert hatte. Tony wurde 12. und darf sich auch über den
5. Platz der schleswig-holsteinischen Auswahl freuen. Es müssen nicht
immer Medaillen sein, wenn man trotzdem gut gespielt hat. Aus Sicht meiner
Landsleute bedaure ich es natürlich, dass die Kids das Podest nicht
erreicht haben, denn für die sportliche Entwicklung im hohen Norden sind
solche Erfolge wichtig. Immerhin hat die SHMV-Auswahl die Titelverteidiger aus
Bremen/Niedersachsen hinter sich gelassen, was als weiteres Indiz fürs
gute Spiel herhält. Beste Juniorin war die Kielerin Jasmin Uhl, die nach
ihrer Berufung in die "U 23" sichtlich motiviert scheint. Wer Quervergleiche
zwischen den Geschlechtern liebt: Mit ihrem Ergebnis (216) wäre sie bei
den Jungs 6. geworden. Besonders auf Beton holte sich die mehrfache Deutsche
Nachwuchsmeisterin den am Ende klaren Vorsprung vor Anke Willenbockel (MGC
Peine) und Anne Hempel (SSC Attendorn). Beim jüngeren Nachwuchs (bis 15
Jahre) lieferten sich der spätere Sieger Maximilian Krämer (CKF
Dudweiler) und der Castroper Robin Hettrich einen Stichkampf bis Bahn 2.
Dritter wurde Bastian Harth vom TSV Salzgitter. Und last but not least
gab´s dann auch noch die Einzelwertung der Schülerinnen (bis 15
Jahre). Die holte sich nicht unerwartet Anna Nitschke vom TSV Pfungstadt
deutlich vor Corinna Berge (TSV Salzgitter) und der Schwaikheimerin Melanie
Hammerschmidt.
Bevor ich den Ausrichtern ein dickes Lob ins Stammbuch
schreibe, möchte ich noch erwähnen, dass ein Teilnehmer am 2.
Spieltag 18 Jahre alt wurde und sich mit dem Titelgewinn seiner
Saarland-Connection das größte Geschenk selbst bereitete: Manuel
Eckert vom CKF Dudweiler (auf dem Foto oben rechts). Die Ausrichter hatten es
durch die winterlichen Bedingungen während der Turnierwoche alles andere
als einfach. Stellvertretend für die vielen eifrigen Helfer seien hier der
Abteilungssportwart des TV Trappenkamp, Jobst Petrina sowie die
dauerpräsenten Birgit und Peter Uhl vom SHMV-Vorstand erwähnt.
Ebenfalls rund um die Uhr für die Jugend im Einsatz gewesen: Volker
Missonnier, Sportwart der Deutschen Minigolfsport Jugend. So viel Zeit
muß denn mal sein.
Bis 2009 dann,
Walter
Teupe DMV-Referent für Öffentlichkeitsarbeit




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