Jugend-Länderpokal 2008 am 28. und 29. März 2008 in Trappenkamp




Saarländer jubeln in Trappenkamp
Schneeballschlacht verloren - Jugendländerpokal gewonnen


Man muß im Leben Prioritäten setzen, werden sich die saarländischen Teilnehmer beim JLP gedacht haben. Wurden sie zwei Tage vor Turnierbeginn anläßlich einer Schneeballschlacht (alle gegen sechs arme Saarländer) tüchtig eingeseift, revanchierten sich die Turnierfavoriten und machten ihre Konkurrenten auf den Bahnen naß. Ganz so einfach war´s allerdings nicht, denn (siehe auch Bericht vom 28.3.), die anderen Teams spielten ebenfalls groß auf und machten den Titelkampf zeitweilig zum Krimi: Besonders Nordrheinwestfalen, um den einmal mehr großartig disponierten Tobias Ramcke herum und die Nachwuchsmannschaft aus Rheinland-Pfalz, die niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Es ging heiß her auf dem Sportgelände des TV Trappenkamp, und das war auch angesichts der Temperaturen bitter notwendig. Einverstanden, dass ich an dieser Stelle mal kurz inne halte und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie mitfrierenden Betreuern ein dickes Kompliment online stelle? Wir Ihr diese Woche bei Eis und Schnee bewältigt habt, kann man mit Worten kaum beschreiben. Minigolf ist im doppelten Sinne eine coole Sportart. Nichts für Langeweiler, und ich glaube, diese wichtige Botschaft haben die zahlreichen Medienvertreter mit in ihre Redaktionen genommen. Beide TV-Ausstrahlungen ("NDR", "Sat.1") zielten genau in diese Richtung: Großer Sport mit kleinen Bällen. Im gestrigen Bericht hatte ich den Wetterumschwung zu Turnierbeginn gelobt. Seit gestern bin ich der Meinung, dass Petrus einiges gut zu machen hat, denn der Regen mit den vielen Unterbrechungen am 2. Spieltag hätte ja nun nicht wirklich sein müssen. Ich habe während dieser Pausen zwar ringsherum keine glückstrahlenden Gesichter gesehen, aber von schlechter Stimmung konnte deswegen keine Rede sein. Und wie man dann noch so tolles Minigolf spielen kann, das soll den Kids mal einer nachmachen. Aus dem Titeldreikampf wurde schnell ein Zweikampf, der auf Messers Schneide schien. "Guck Dir mal diese Blödsinnsrunde an", schüttelte Tobias Ramcke sichtlich angenervt den Kopf. Der erste Schlag aus der Bahn 4 wieder rausgekommen, dann einen verkloppt und die 4 notiert. Liegenbleiber am Weitschlag und noch ein paar knappe Bälle, die auch zum Ass hätten fallen können. "30" auf Beton, und gleichzeitig jubelte Mitspieler Gerrit Britz seinen Saarlandkumpels zu: "Zwei abgenommen!" Auf diesem Niveau wurde, allen Witterungseinflüssen zum Trotz, gespielt. Dass sich das saarländische Team letztlich mit sieben Schlägen Vorsprung behauptete, lag in erster Linie an der Überlegenheit auf den kleinen Eternitbahnen. Tobias Ramcke (MGC Köln) vom knapp unterlegenen Team Nordrhein-Westfalen wird´s verschmerzen, konnte er doch, wie im Vorjahr in Hannover, die Einzelwertung für sich entscheiden. Vier Schläge lag er am Ende mit dem absolut besten Turnierergebnis vor Gerrit Britz (CKF Dudweiler). Gratulation auch an Oliver Scherb vom MGC Bönnigheim für Platz 3 - das war nicht unbedingt vorauszusehen. Und die jungen Himmelsstürmer aus Rheinland-Pfalz? Sie kletterten ebenfalls aufs Podest und freuten sich riesig über den Bronzeplatz. Im vom Mainzer Jugend-Europameister Max Hermann betreuten Team machte einer auf sich aufmerksam, der bisher eher im Verborgenen sein Talent entwickelte: Wenzel Deneke. Zeitweilig in Front, puttete der junge Traben-Trarbacher ganze zwei Schläge an Bronze vorbei und wurde Fünfter. Genau darin liegt ja ein Reiz dieses Traditionsturniers: Immer wieder kommen scheinbar aus dem Nichts Talente hervor und machen auf sich aufmerksam. Das gilt auch für den Elmshorner Tony Koch, der gemeinsam mit Tobias Ramcke die beste Kombirunde (50) auf die Bahnen gezaubert hatte. Tony wurde 12. und darf sich auch über den 5. Platz der schleswig-holsteinischen Auswahl freuen. Es müssen nicht immer Medaillen sein, wenn man trotzdem gut gespielt hat. Aus Sicht meiner Landsleute bedaure ich es natürlich, dass die Kids das Podest nicht erreicht haben, denn für die sportliche Entwicklung im hohen Norden sind solche Erfolge wichtig. Immerhin hat die SHMV-Auswahl die Titelverteidiger aus Bremen/Niedersachsen hinter sich gelassen, was als weiteres Indiz fürs gute Spiel herhält. Beste Juniorin war die Kielerin Jasmin Uhl, die nach ihrer Berufung in die "U 23" sichtlich motiviert scheint. Wer Quervergleiche zwischen den Geschlechtern liebt: Mit ihrem Ergebnis (216) wäre sie bei den Jungs 6. geworden. Besonders auf Beton holte sich die mehrfache Deutsche Nachwuchsmeisterin den am Ende klaren Vorsprung vor Anke Willenbockel (MGC Peine) und Anne Hempel (SSC Attendorn). Beim jüngeren Nachwuchs (bis 15 Jahre) lieferten sich der spätere Sieger Maximilian Krämer (CKF Dudweiler) und der Castroper Robin Hettrich einen Stichkampf bis Bahn 2. Dritter wurde Bastian Harth vom TSV Salzgitter. Und last but not least gab´s dann auch noch die Einzelwertung der Schülerinnen (bis 15 Jahre). Die holte sich nicht unerwartet Anna Nitschke vom TSV Pfungstadt deutlich vor Corinna Berge (TSV Salzgitter) und der Schwaikheimerin Melanie Hammerschmidt.

Bevor ich den Ausrichtern ein dickes Lob ins Stammbuch schreibe, möchte ich noch erwähnen, dass ein Teilnehmer am 2. Spieltag 18 Jahre alt wurde und sich mit dem Titelgewinn seiner Saarland-Connection das größte Geschenk selbst bereitete: Manuel Eckert vom CKF Dudweiler (auf dem Foto oben rechts). Die Ausrichter hatten es durch die winterlichen Bedingungen während der Turnierwoche alles andere als einfach. Stellvertretend für die vielen eifrigen Helfer seien hier der Abteilungssportwart des TV Trappenkamp, Jobst Petrina sowie die dauerpräsenten Birgit und Peter Uhl vom SHMV-Vorstand erwähnt. Ebenfalls rund um die Uhr für die Jugend im Einsatz gewesen: Volker Missonnier, Sportwart der Deutschen Minigolfsport Jugend. So viel Zeit muß denn mal sein.

Bis 2009 dann,


Walter Teupe
DMV-Referent für Öffentlichkeitsarbeit













































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