Max Krämer schlägt den
Weltmeister
Freitag nach
der Schule war es soweit. Mit zwei Kleinbussen reiste die deutsche
Auswahlmannschaft in die Schweiz. Bus 1 startete in Nordrhein-Westfalen.
Michael Löhr nahm von dort Tobias Ramcke und Sebastian Peffer mit. Dann
ging es zum Frankfurter Fernbahnhof, um die drei Niedersachsen, Katrin Waschke,
René Fricke und Christian Roselieb einzusammeln und dann hieß es
ab in den Süden. Bus 2 startete in Mainz. Bernd und Petra Szablikowski
luden in Frankenthal die Saarländer, Laura Müller, Manuel Eckert und
Max Krämer sowie Anna Nitschke und Sebastian Schwind ein. Nun fehlte nur
noch Sabrina Gries, die kurz nach dem Walldorfer Kreuz auf einem Parkplatz auf
uns wartete. Leider verspäteten wir uns um eine halbe Stunde wegen eines
Staus rund ums Walldorfer Kreuz. Aber danach lief es für den
Rhein-Main-Express. Michael hatte es da schon schwerer. Er fuhr von einem Stau
in den nächsten, so dass er erst kurz nach 22.00 Uhr mit seiner Besatzung
in Olten ankam. Der Rest testete ab 19.00 Uhr schon einmal die Anlage. Die
ersten Trainingsschläge zeigten, dass die Anlage einige knifflige Bahnen
hatte.
Empfangen wurden wir von Urs Schmid, der uns die Bahnen im
Kurzdurchgang und unsere Unterkunft, einen Zivilschutzbunker bei einer
Sporthalle, zeigte. Angelegt ist die Bahn in einem alten Hallenschwimmbad, das
vor 20 Jahren stillgelegt wurde und danach mit 18 Eternitbahnen ausgelegt
wurde. Die Bahnen sind auf drei Ebenen verteilt. Eine sehr schöne
Minigolfhalle und so ganz anders wie in Deutschland.
Nachdem sich alle
mit dem ungewöhnlichen Domizil vertraut gemacht hatten und sich jeder
einen Schlafplatz eingerichtet hatte, wurden die Nationalmannschafts-T-Shirts
und Trainingsanzüge ausgeteilt und noch ein bisschen gequatscht. Gegen
23.00 Uhr kehrte Ruhe im Bunker ein. Acht Uhr hieß es am nächsten
Morgen aufstehen, duschen und zur Abfahrt bereit machen. Auf dem Weg zur Halle
schnell noch Frühstück einkaufen und das Training konnte für
alle beginnen.
In Kleingruppen
trainierten wir die Bahnen aus. Bis zur Mittagspause hatten wir festgelegt, wie
wir die 18 Bahnen spielen wollten. Michael versorgte uns wie gewohnt mit Essen
und Getränken und bei manchen wunderten wir uns, was da so alles
reinpasst. In den Runden, die wir dann nachmittags spielten, zeigte sich schon,
was alles möglich war. Von 18 bis 30 war alles dabei. Zum Abschluss des
Trainingstages gaben wir die Mannschaftsaufstellungen bekannt und spielten eine
Runde in der Startreihenfolge. Wir Betreuer setzten ein Getränk für
eine Runde 98 oder besser bei den Mädels und 165 oder besser bei den Jungs
aus. Beide Mannschaften verpassten ihr Ziel knapp.
Roger Cadosch,
Spitzensportbeauftragter im schweizerischen Verband, eröffnete den
Länderkampf, mit einer kurzen Rede und danach gab es ein Abendessen, zu
dem wir von den Schweizern eingeladen wurden. Noch saßen die beiden
Mannschaften getrennt an den Tischen, dies änderte sich dann später,
als alle Spielerinnen und Spieler sich im Bunker wiedersahen. Dort war dann
gemütliches Beisammensein mit Karten spielen und erzählen angesagt.
Anna Nitschke war ganz interessiert "schwyzerdütsch" zu lernen und hatte
mit Sabrina und Bettina Bürki zwei Lehrmeisterinnen, die ihr so schwierige
Wörter wie "Chuchikäschtli" (Küchenschrank) oder "Wienechtsma"
(Weihnachtsmann) beibrachten. Am Sonntag zur Abfahrt war die Liste der
Schweizer Spezialausdrücke schon eine DIN A4-Seite lang. Gegen 23.00 Uhr
gingen auch an diesem Abend die Lichter aus und im Bunker wurde es
still.
Sonntagmorgen hieß es dann um 6.00 Uhr raus aus den Kojen
und zusammenpacken, damit wir uns ab 7.00 Uhr einspielen konnten. Danach gab es
Frühstück für alle und der Wettkampf konnte beginnen. Die erste
Runde starteten wir mit beiden Mannschaften gut ins Turnier waren bei den
Mädels punktgleich und die Jungs führten sogar mit drei
Schlägen. Die Mädels hielten das Turnier bis zur 4. Runde spannend,
lagen sie doch nur 5 Schläge hinter den Schweizerinnen vor der letzten
Runde. In dieser zeigten die Eidgenossen dann mit einer 89, was auf dieser
Anlage so gespielt werden kann und unsere Mädels mussten sich mit dem 2.
Platz zufrieden geben. Wenn man bedenkt, dass bei den Schweizerinnen drei aus
dem diesjährigen Nationalteam dabei waren, die bis zur letzten Runde in
Odense um eine Medaille kämpften, dann ist das ein sehr gutes Ergebnis
unseres Nachwuchsteams.
Bei der
Jungenmannschaft war es nicht mehr ganz so spannend, da uns die Schweizer in
der 2. Runde zeigten, dass sie dieses Turnier gewinnen wollten. Und das taten
sie dann auch, allerdings spielte unser Jüngster, Max Krämer, ein
Traumturnier und damit das beste Ergebnis aller Teilnehmenden. Respekt, denn im
Schweizer Team standen immerhin drei Odense-Fahrer und unter ihnen war auch
Simon Marti, der Weltmeister. Bei der Siegerehrung, die Vitus Spescha, der
schweizerische Jugendbundestrainer, machte, erhielten alle ein kleines
Erinnerungsgeschenk (s. Foto).
Und dann hieß es Abschied nehmen,
Sachen in den Bussen verstauen und die Heimfahrt antreten.
Das deutsche
Team bedankt sich noch einmal ganz herzlich für die schweizerische
Gastfreundschaft und die gelungene Organisation des Länderkampfs. Die
Gegeneinladung haben wir - die Betreuer - schon ausgesprochen, so dass es 2007
wieder heißen kann "Dem Nachwuchs eine Chance!"
Petra
Szablikowski
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