DMV-Präsident Gerd Zimmermann zum 50-jährigen Verbandsjubiläum des MVBN


Der Minigolfsport-Verband Bremen/Niedersachsen e.V. (MVBN) ist Skorpion, jedenfalls ist er in diesem Sternzeichen am 17.11.1961 geboren. Vom Skorpion sagt man, er sei ist ein zartes Wesen, in dem eine unbändige Kraft und Energie walte. Außerdem sei er zäh und ausdauernd: Wenn einmal etwas seine Gefühle geweckt habe, dann stürme er - sie auch! - mit Ehrgeiz und Leidenschaft los und gebe nicht auf, bis er am Ziel seiner Wünsche sei. Dies sind für Minigolfer durchaus beachtenswerte Attribute, Eigenschaften jedenfalls, die den Erfolg beim Aufbau einer Minigolffamilie, bei Turnieren und allem anderen erleichtern, was unseren Sport ausmacht. Und sie sind auch die Gewähr dafür, dass ein Verbandsschiff ruhig und sicher seine Ziele erreicht, ganz gleich, welcher Wind ihm gerade ins Gesicht oder in die Segel weht.

Der MVBN darf sich im Jubiläumsjahr über ganz viel Rückenwind freuen. Das zeigen schon die sportlichen Erfolge in allen Altersklassen und fast allen Systemen, auf denen wir unseren Sport ausüben. Die Mitgliederzahl ist gestiegen, sportlich läuft's rund. Hier nur einige Beispiele aus dem Jubiläumsjahr:


Bildquelle: MVBN (Stiebeling/Heynen)


Siehe dazu den Bericht
von Birgit Stiebeling


und die Bilder von
Birgit Stiebeling und Peter Heynen

zum Festakt
Fangen wir mit den jüngsten an:
  • Der 1. BGC Celle gewann 2011 bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Neheim-Hüsten den Titel bei den Schülermannschaften. Das Interview im Minigolf Magazin mit dem 'Minigolfvater', -spieler und -betreuer Thomas Willnus und zweien seiner 'Minigolfkids' hat gezeigt, mit wie viel Herzblut hier ein Team aufgebaut und trotz unterschiedlichster Hindernisse zum Erfolg geführt wurde.

  • In Neheim-Hüsten gewann Marcel Waleska (MGC Göttingen) die Meistertitel in der Kombi- und Minigolf-Wertung. Anschließend war er als Schüler (!) erstmals bei einer Junioren-EM dabei, spielte für das deutsche Team, das den EM-Titel souverän gewann und belegte auch noch Platz 5 in der Einzelwertung.

  • Mit Birgit Stiebeling hat der MVBN nicht nur eine unermüdliche Chronistin und versierte Fachfrau für die Pressearbeit. Sie spielt auch in der Damen-Bundesliga auf höchstem Niveau, war mit ihren "Möwen" beim Bundesligaspieltag in Bad Münder sogar vor der hoch gewetteten Konkurrenz - und brachte nicht zuletzt 2011 gleich zwei deutsche Einzeltitel aus Mainz und Homburg mit nach Hause

  • Der MVBN hat noch einen anderen "rasenden Reporter", der vortrefflich mit Bällen und Schläger umgehen kann: Philip Busche wurde 2011 Strokeplay- und Mannschaftseuropameister bei den Senioren - abends zauberte er unter dem Titel "Alles wird gut" Tagesberichte für die Website des DMV, die durch Internet-Arbeitsteilung gleich als Minigolf-Tageszeitung umgesetzt wurden.

  • Von der Damen-Bundesliga war schon die Rede: Der MGC Göttingen hat nach Spieltag 2 die Tabellenführung inne, wird 2012 alles daran setzen, den Europacupsiegerinnen aus Mainz den Deutschen Meistertitel streitig zu machen. Und wer weiß: Nach dem bisherigen Verlauf der Saison darf man auch von den "Möven" noch einiges erwarten!

  • Mannschaftserfolge auf der Grundlage von sportlicher Höchstleistung und Teamspirit sind das, was jeden Verbandspräsidenten besonders erfreut. Zwei der vier Weltmeisterinnen aus Stockholm, Nicole Warnecke (Möve Cuxhaven) und Bianca Zodrow (MGC Göttingen), kommen aus Vereinen des MVBN, die seit vielen Jahren besonders erfolgreich sind.

  • Einzelsiege bei großen Turnieren sind natürlich ebenfalls herausragende Highlights: Bianca Zodrow hat ihrer beeindruckenden Titelsammlung bei der WM in Stockhom zwei weitere Titel hinzugefügt. Sie war Schlussspielerin und sicherte der Mannschaft an der allerletzten Bahn gegen Österreich die Goldmedaille und gewann dann noch den Titel im Matchplay und die Silbermedaille im Strokeplay. Chapeau! Der Glückwunsch ist deshalb besonders herzlich, weil Bianca nicht nur seit Jahren Topleistungen bietet, sondern sich zusätzlich mit ihren Göttinger Mannschaftskolleginnen Sandra von dem Knesebeck und Jana Miglitsch als Betreuerin beim JLP und der DJM besonders ins Zeug legt.

"Willst Du froh und glücklich leben, Lass kein Ehrenamt Dir geben."

Diese Zeilen stehen in einem Wilhelm Busch zugeschriebenen Gedicht. Jeder Sport lebt von denen, die sich dem Ratschlag des Gedichts verweigern und von denen, die kein Ehrenamt übernehmen und trotzdem 'Himmel und Hölle' für andere in Bewegung setzen. Auch unser Minigolfsport lebt vom Ehrenamt, das den Sport professionell begleitet. Unzählige ehrenamtliche Funktionäre des MVBN haben in den vergangenen 50 Jahren ihres Verbandes und ihrer Vereine auf lokaler, regionaler, bundes- und sogar europäischer Ebene für die Weiterentwicklung unseres Sports engagiert. Dies kann in einer Zeit, in der sich die moralischen Fundamente des Vereinslebens durch gesellschaftliche Entwicklungen und den Trend zur Individualisierung unterhöhlt werden, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Aus der großen Gruppe verdienter Persönlichkeiten sind die vier Verbandsvorsitzenden Oswald Schmelzer, Gerhard Snaga, Rainer Wiemer und Henning Wolf hervorzuheben. Gerhard Snaga, über Jahrzehnte Landes- und jetzt Ehrenlandesvorsitzender, DMV-Ehrenpräsident und Ehrenmitglied des Weltverbandes, hat die Professionalisierung des Minigolfsports besonders gefördert. Er hat erfolgreiche Pionierarbeit im deutschen Minigolfsport und in den internationalen Strukturen geleistet, stets beste Kontakte zum Partner Landessportbund gepflegt. Allzeit unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Herma, die ihm im Engagement für den Minigolfsport in nichts nachstand und stets eine große praktische und moralische Stütze für ihn war.

Wer, wie der MVBN jetzt, seinen 50. Geburtstag feiert, muss - ob gewollt oder nicht - solche Lobreden "ertragen". Hat er viele Gäste an diesem Ehrentage, deutet einiges darauf hin, dass die Lobreden ernst gemeint sind. Das gilt für den MVBN ganz besonders, der eine illustre Gästeschar zum runden Geburtstag begrüßen durfte. Beim Festakt des MVBN vertrat Frau Ariane Vorhang, die pers. Referentin von Innenminister Schünemann, ihren Chef, der zugleich Sportminister ist, aber aufgrund aktueller und bedrückender Ereignisse verhindert war. Dass uns der Sportminister besonders gewogen ist, zeigt sich schon darin, dass er unserer Bitte gern gefolgt ist, die Schirmherrschaft für die Jugendweltmeisterschaft 2012 in Bad Münder zu übernehmen. Der DMV ist ihm besonders dankbar für sein Engagement um den Sport insgesamt und insbesondere um unseren nicht olympischen Minigolfsport. Als Innen- und Sportminister ist Minister Schünemann zugleich Stiftungsratsvorsitzender der Niedersächsischen Lotto- und Sportstiftung. Von der Stiftung erhoffen wir eine wohlwollende Befürwortung unseres Zuwendungsantrages.

Ein solches Engagement erhoffen wir auch von den Verantwortlichen auf Bundesebene. Bei der Sportförderung sollte jedenfalls der Fokus auch im Olympiajahr 2012 nicht zu sehr auf dem olympischen Medaillenspiegel liegen.

Dieser letzte Punkt liegt mir besonders am Herzen. Die "Göttinger Mädels", wie sie sich selbst auf ihrer Facebook-Seite nennen, zeigen, wie sich unsere Sportart im besten Sinne weiterentwickelt. Sie ist zukunftsfähig, wenn unsere Besten sich nicht selbst genug sind - obwohl sie darauf jedes Recht hätten -, sondern als erste Vermittler, als Trainer, Betreuer, Hobby-Journalist und manchmal auch in besonderer Mission unterwegs sind. Jana Miglitsch etwa bereitete türkische Spielerinnen und Spieler auf den 1. Stream Cup in Istanbul vor, mit dem dieses große und dem EU-Europa so nahe Land 2011 seinen Einstand in die weltweite Minigolffamilie feierte. Ein herzliches Dankeschön dafür, auch für ihr jahrelanges Engagement als Fachtrainerin.

Die sportlichen Erfolge, aber direkt und indirekt auch die starke sportpolitische Verflechtung und erfolgreiche Netzwerkbildung des MVBN in den Bundesländern Bremen und Niedersachsen wurden  in den Grußworten von Peter Zenner, Präsident des LSB Bremen, und Thomas Dyszack, Vizepräsident des LSB Niedersachsen, gewürdigt. Regine Kramarek, Bürgermeisterin der LH Hannover, Ratsfrau und Mitglied im Verwaltungsausschuss und im Schulausschuss, verdeutlichte, warum unser Sport in der Landeshauptstadt zuhause ist und sogar zu einer Keimzelle des Landesverbandes wurde.

"Großer Sport" betitelte die Hannoversche Allgemeine Zeitung anlässlich des Bundesliga-Spieltages in Bad Münder ihren Wochenteil, der passend zum Jubiläumsjahr fast vollständig dem Minigolfsport gewidmet war. Unser Sport wird sich weiterentwickeln, die Zukunft ist offen - Axel Dreyer, 1978 Minigolfeuropameister und geschätzer Mannschaftskamerad, heute Hochschulprofessor, hat einige mögliche Zukunftswege für unseren Sport beschrieben. Minigolf muss ein Erlebnis sein: eine gepflegte Anlage und eine persönliche und freundliche Ansprache der Kunden, die ja immer auch potentielle Vereinsmitglieder sind, laden ein. Einen wenig gepflegten Platz, auf dem der Kunde eher stört, wird man nicht zweimal besuchen. Das Ambiente muss stimmen, also die Optik der ganzen Anlage. Das ist so wichtig wie der menschliche Zusammenhalt im Verein.
Aber auch über neue Hindernisse, so Axel Dreyer, sollten wir nachdenken. Denn die Konkurrenz in der Erlebnisgesellschaft ist groß. Für Minigolf gilt lt. Axel Dreyer: "Small is beautiful." Ein Sport mit kleinen Bällen für die große Familie, erschwinglich, überschauber, in einem schönen gastlichen Rahmen.

Die Gegenwart bietet ein gutes Fundament, um die Zukunft zu gewinnen: Minigolf ist sogar auf dem Titelbild des LSB-Magazins Nr. 11/2011 gelandet ( Link). Damit wird Wertschätzung ausgedrückt, über die wir uns besonders freuen. Und diese Wertschätzung wird unserem Sport bestimmt auch 2012 und 2013 zuteil, wenn in Bad Münder, das mit dem DMV-Pokal sowie zahlreichen Bundesligaspieltagen und nationalen Meisterschaften ohnehin im Mittelpunkt der deutschen Minigolfwelt steht, zunächst die Jugend-, dann die Damen- und Herren-WM stattfindet. Diese Höhepunkte sind für Organisatoren, Spieler, Betreuer und Fans das Minigolf-Highlight des jeweiligen Jahres.

Oftmals ist der Skorpion ein Vorbild für andere - jedenfalls gilt das für den MVBN. Denn Skorpione übernehmen weitreichende Pflichten, scheuen sich nicht vor Verantwortung und sind überaus fleißig. Wir wissen, dass wir die Weltmeisterschaften in verlässliche Hände gelegt haben. Wir hoffen gemeinsam auf stimmungsvolle und spannende Wettkämpfe und freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit des MVBN mit dem DMV und den anderen Landesverbänden zum Wohle des Minigolfsports.

Glückauf und Gut Schlag für die nächsten Jahre!


Dr. Gerd Zimmermann
Präsident des Deutschen Minigolfsport Verbandes




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