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| Interview mit dem Ehrenpräsidenten des Deutschen Minigolfsport Verbandes sowie des Minigolfsport Verbandes Niedersachsen-Bremen, Gerhard Snaga Herzlichen Glückwunsch zum 25-jährigen Jubiläum des Bahnengolf-Zentrums Hannover-Mühlenberg. Habt Ihr die Feierlichkeiten vom Samstag gut verkraftet? Immerhin war bei Kaiserwetter einige Politprominenz vor Ort, um mit Euch diesen Ehrentag zu begehen. Der 1. BGC Hannover hat die Veranstaltung ganz toll vorbereitet und betreut, die Catering-Firma war Klasse, das Wetter stimmte, da konnte nichts schief gehen. Die Politprominenz war davon auch sehr angetan. Das Turnier um den Wanderpokal der Stadtbezirksräte gefiel den Teilnehmern so sehr, dass sie sich eine Neuauflage schon im nächsten Jahr wünschen. Sauer, dass Euch die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" einmal mehr die kalte Schulter gezeigt hat? Ja und Nein. Ja, weil es zum einen einfach unhöflich ist, auf eine Einladung überhaupt nicht zu reagieren und weil zum anderen das 25jährige Jubiläum dieser Sportanlage eine bessere Beachtung verdient hätte. Nein, weil vor gar nicht langer Zeit erst ein größerer Artikel über den Minigolfsport in der Allgemeinen zu lesen war. Wenn Du auf die Zeit seit 1982 zurückblickst, was waren da die Ereignisse, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben sind? An erster Stelle natürlich die großen Turniere, die hier stattfanden, als letztes dieses Jahr der Jugend-Länder-Poka; der auch deshalb, weil unser Landesverband mit Abstand gewann. Da darf man schon mal ein bisschen stolz sein. Genau so wichtig war mir aber, dass unser Zentrum einem Verein zur Heimat wurde und ihn zum lange Zeit mitgliederstärksten in Niedersachsen anwachsen ließ. Gut in Erinnerung ist mir auch noch die DSB-Trimm-Festival-Veranstaltung in Hannover, in die das Zentrum integriert war. LSB und DSB waren über das Engagement der Minigolfer begeistert. Des weiteren hatte das Zentrum wesentlichen Anteil daran, dass der NBGV (jetzt MVBN) als zunächst reiner Miniaturgolf-Verband auch im Rahmen des sich immer mehr durchsetzenden Kombi-Spielbetrieb leistungsmäßig mithalten konnte. Und last not least hat mich auch die allzeit vertrauensvolle und problemfreie Zusammenarbeit zwischen dem Eigner NBGV (MVBN) und dem Pächter 1. BGC Hannover beeindruckt. Nur wenn hier die Chemie 100%ig stimmt, kann eine solche Struktur der Verwaltung und Nutzung eines gemeinsamen Projektes funktionieren. Drehen wir mal am Zeitrad und schrauben auf 1980 zurück. Drei Hannoveraner Vereine mussten sich zusammenschließen, um letztlich auch den finanziellen Kraftakt zu meistern. Und dennoch wäre das Unternehmen Bahnengolf-Zentrum um ein Haar gescheitert. Was war da los? Einmal forderte die Stadtbürokratie als Voraussetzung für eine Baugenehmigung die Einplanung von ich weiß nicht mehr wie vielen Parkplätzen, obwohl genügend Parkmöglichkeiten direkt bei der Anlage vorhanden waren. Dann wäre das Projekt fast daran gescheitert, dass der örtliche Schützenverein für sein jährliches mehrtägiges Fest genau das Gelände verlangte, das für Minigolf vorgesehen war. Glücklicherweise fanden wir in den Ratsleuten Hella und Günter Politze sowie Werner Richter Fürsprecher, die einflussreicher als wir waren und mithalfen, diese Hindernisse zu überwinden. Deine Frau Herma war im Oktober 1982, als die schmucke Kombianlage eingeweiht wurde, zunächst als stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin des 1. BGC Hannover tätig. Einige Jahre später folgte sie Lina Klinge dann als 1. Vorsitzende ins Amt. Insgesamt waren fünf Damen als Vereinsvorsitzende am Werk.. Ihr müsst ordentlich stolz auf Eure Mädels sein, oder? Natürlich sind wir das. Es kommt hinzu, dass im ersten Vorstand des Vereins nur ein einziges männliches Wesen vertreten war und in der Folgezeit fast immer mindestens 50 % des schwachen Geschlechts die Ämter besetzten. Auch heute sind von sieben Vorstandsmitgliedern vier weiblich. Wenn vom Bahnengolf-Zentrum und heutigem Minigolf-Landesleistungszentrum Hannover-Mühlenberg die Rede ist, stolpert man immer wieder über die Namen Herma und Gerhard Snaga. Der damalige Bürgermeister Politze schwärmt noch heute von Eurer Vorsprache bei ihm und seiner Frau damals. Nennst Du uns bitte stellvertretend für alle Beteiligten noch ein paar leidenschaftliche Weggefährten aus der Anfangszeit? Hier sind vor allem Lina und Ewald Klinge zu nennen, stellvertretend auch für die vielen Helfer, die immerhin DM 27.000,-- Eigenkapital bei dem Bau der Anlage erbrachten, das entspricht ca. 3.000 Arbeitsstunden. Als Landesleistungszentrum (das einzige übrigens im Besitz eines Minigolf-Landesverbandes, die Red.) kümmert Ihr Euch seit vielen Jahren um den Nachwuchs der umliegenden Schulen, aber es gibt auch eine Seniorengemeinschaft "über 50", die mit großem Eifer am Schläger ist.... Das Zentrum war von Anfang an für multifunktionale Nutzung geplant, nur so war es möglich, von den verschiedenen Stellen mit öffentlichen Mitteln bezuschusst zu werden und nur dadurch war das Projekt überhaupt finanzierbar. Dem 1. BGC Hannover ist dafür zu danken, dass er diese Planung auch konsequent in die Tat umsetzte. Entweder investierte er Aktivitäten wie z.B. Minigolf-Arbeitsgemeinschaften in den benachbarten Schulen oder er unterstützte Projekte durch die Bereitstellung von Übungsleitern wie eben für die Gemeinschaft 50+, übrigens von der früheren Ratsherrin Hella Politze ins Leben gerufen im Rahmen der Altenhilfe der Stadt Hannover. In der heutigen Zeit wird es zunehmend schwerer, Kiddies für einen Sport zu interessieren. PC und Videospiele stehen leider im Vordergrund. Was müssen Deiner Meinung nach insbesondere kleinere Sportarten tun, um den Nachwuchs für sich zu begeistern und ihrer sozialen Aufgabe gerecht zu werden? Vor allem muss eine kompetente Betreuung durch Jugendleiter und Jugendtrainer gewährleistet sein, die dafür sorgen, dass die Jugendlichen nicht nur sportfachlich ausgebildet werden, sondern auch zu einer Gruppe zusammenwachsen, gemeinsam etwas unternehmen, Spaß haben. Wenn vereinsmäßig dafür keine Bereitschaft vorhanden ist und interessierte Jugendliche mehr oder weniger sich selbst überlassen bleiben in der Hoffnung, "die werden es schon lernen und dann unsere Mannschaften verstärken", dann gewinnen PC und Videospiel sehr schnell wieder oder erst recht die Oberhand. Der DMV ist mit seiner Ausbildungsoffensive auf dem richtigen Weg, die Voraussetzungen für effiziente Jugendarbeit zu verbessern. Bleibt zu hoffen, dass die anlaufenden Lehrgangsangebote auch optimal genutzt werden. Muss die Sportart Minigolf sich neu aufstellen, um im Wettbewerb bestehen zu können? Und falls ja, wo würdest Du Ansatzpunkte zur Änderung sehen? Sie ist mitten drin in diesem Prozess. Was Präsident Gerhard Zimmermann und Michael Seiz als Vizepräsident Breitensport in den letzten Jahren auf den Weg gebracht haben, ist ein ganzes Bündel von Ansätzen. Mir fällt z. Zt. beim besten Willen nichts ein, was man noch hinzufügen könnte. Für einen durchgreifenden Erfolg ist aber auch die zwar kritische aber letztendlich loyale Mitarbeit von Landesverbänden und Vereinen auch beim Umsetzen erforderlich. Nur wenn wir alle gemeinsam an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen, werden sich die gewünschten Ergebnisse einstellen. Zurück zum Bahnengolf-Zentrum und zum 1. BGC Hannover. Im April 2007 haben wir alle einen tollen Jugendländerpokal auf der Kombi-Anlage erlebt. Wann wird der nächste große Event in Angriff genommen? Schaun wir mal. Zum Abschluß noch eine Frage zum Ehrenamt. Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich und engagiert einbringen. Du bist Ehrenmitglied beim 1. BGC Hannover, Ehrenpräsident des Deutschen Minigolfsport Verbandes sowie des Landesverbandes Bremen-Niedersachsen und Ehremitglied der World Minigolf Federation, weil fast Dein gesamtes Minigolfleben vom Ehrenamt bestimmt war. Wer sich dermaßen engagiert, darf das verliehene Bundesverdienstkreuz mit berechtigtem Stolz tragen. Wie würdest Du junge Leute heutzutage von und zur ehrenamtlichen Arbeit überzeugen? Dies ist eine sehr schwierige Frage und ich kenne kein Patentrezept. Wenn sich jemand der ehrenamtlichen Tätigkeit grundsätzlich verschließt, nützt die beste Überzeugungsarbeit nichts. Aber mit der Übertragung kleinerer überschaubarer Aufgaben kann man versuchen zu motivieren. Ehrenamtliche Arbeit muss Spaß machen und sie darf nicht zur Last werden. Wenn jemand viele Fragen stellt, zeigt er besonderes Interesse. Darauf sollte man eingehen, dann könnte daraus etwas werden. Link: Festakt 25 Jahre Bahnengolf-Zentrum Hannover-Mühlenberg Fotos: Stiebeling/Teupe Walter Teupe DMV-Referent für Öffentlichkeitsarbeit |
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